Bildungsverständnis der Evangelischen Stadtsynode Karlsruhe

 

Bildungsverständnis

des Ausschusses Kirche, Bildung und Gesellschaft der Evangelischen Stadtsynode Karlsruhe Stand 26. Juni 2008

Grundlegend für unser Bildungsverständnis ist ein ganzheitliches Menschenbild, das auf der Einheit von Leib, Seele und Geist aufbaut und Religiosität in jedem Lebensalter als integralen Bestandteil der menschlichen Persönlichkeitsentwicklung betrachtet.

Dementsprechend orientieren sich Ziele, Inhalte und Arbeitsweisen evangelischer Bildungsarbeit in Karlsruhe an den Voraussetzungen, Gegebenheiten und Anliegen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Unser Bildungsverständnis steht in der biblisch begründeten, jüdisch-christlichen Tradition, die den Menschen als Geschöpf und Gegenüber Gottes ansieht. Die Ziele und Inhalte des Bildungsverständnisses lassen sich so beschreiben:

  • Wir greifen Themen aus dem Alltag und den Biografien der Menschen auf und geben ihnen Raum.
  • Wir stärken die Ausdrucks- und Urteilsfähigkeit von Menschen.
  • Wir tragen dazu bei, das Leben in Beziehung zu Gott, den Nächsten und der Schöpfung eigenständig und verantwortlich zu gestalten.

 Menschen jeden Geschlechts, jeden Alters und jeglicher Herkunft werden dabei in ihrem Bildungsbedarf respektiert. In allen Bildungsangeboten wird auf eine gute Balance von kognitivem, emotionalem und sozialem Lernen Wert gelegt.

In christlicher Verantwortung nehmen wir gesellschaftliche Entwicklungen wahr, setzen entsprechende Akzente und wirken in die Gesellschaft hinein. Uns liegt daran, konzeptionell und innovativ im Blick auf theologische, kirchliche, gesellschaftliche und politische Fragestellungen zu arbeiten. Daraus entwickeln wir thematische Schwerpunkte und Projekte.

Ziel ist die umfassend gebildete Persönlichkeit, die in persönlicher Freiheit, in Verantwortung vor Gott und in Solidarität mit anderen ihr Leben in der Gesellschaft gestaltet. Dies bezieht sich gleichermaßen auf Privatleben, Arbeitswelt und öffentliches Leben. Zu den zentralen Aufgaben evangelischer Bildungsangebote gehört es, in ökumenischer Verbundenheit das friedliche Zusammenleben der Kulturen und Religionen zu fördern.

Die Vielfalt der einzelnen Bildungsangebote richtet sich an die Öffentlichkeit im Raum Karlsruhe. Sie wird durch folgende Programmatik zusammengefasst:

  • Theologische, religiöse und spirituelle Bildung
  • Politische und soziale Bildung
  • Geschlechtsspezifische Bildung und altersspezifische Bildung
  • Eltern- und Familienbildung
  • Musisch-kulturelle Bildung

Kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelten Angebote zur Qualifizierung und Fortbildung.

Die Leiterinnen und Leiter unserer Bildungsangebote sind Fachleute ihrer Themen und einer zielgruppengerechten Didaktik. Sie repräsentieren in ihrem Verantwortungsbereich die Evangelische Kirche in Karlsruhe. Sie eröffnen thematische und methodische Räume für das persönliche Lernen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Dabei sind sie auch selbst Lernende. Sie arbeiten prozessorientiert und beziehen so die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Gestaltung des Bildungsgeschehens ein.

 

Keine Bestandteile des Bildungsverständnisses, gleichwohl „gut und nützlich zu lesen“, sind folgende Zitate:

Tom Høyem, Direktor der Europäischen Schule Karlsruhe: „Die Deutschen kennen nicht die Milleniumsziele der UNO, aber sie kennen Knut und Flocke und machen sich Gedanken, ob Flocke mal Knuts Frau wird. Was leitet die Menschen?“

Petra Bahr, Kulturbeauftragte des Rates der EKD: „Wer von Religion keine Ahnung hat, glaubt am Ende alles.“

 

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